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Artikel vom 21.06.2008

Wir werden länger arbeiten

Den Fußballfreunden fällt in diesen Wochen der Europameisterschaft auf, dass auf den Trainerbänken der EM meist ältere Herren sitzen. Sieben der 16 Trainer sind über 60 Jahre alt und es sind nicht die schlechtesten.

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Zu Bismarcks Zeiten wurden die Deutschen im Schnitt 46 Jahre alt und das Rentenalter wurde damals auf 65 Jahre festgesetzt. Heute werden wir im Schnitt 80 Jahre alt und tun uns schwer mit der Vorstellung, bis 67 zu arbeiten.Seit Bismarcks Zeiten gibt es auch die christliche Soziallehre. Auch sie beschäftigt sich mit der Würde von Arbeiterinnen und Arbeitern und mit dem Sinn von Arbeit. Die christliche Soziallehre tut sich mit der Frage wie lange wir arbeiten sollen und wie die Rente finanziert werden soll nicht leichter als die Gewerkschaften.Den Fußballfreunden fällt jedoch in diesen Wochen der Europameisterschaft auf, dass auf den Trainerbänken der EM meist ältere Herren sitzen. Sieben der 16 Trainer sind über 60 Jahre alt und es sind nicht die schlechtesten.

Spaniens Trainer Aragones und der deutsche Trainer der Griechen, Otto Rehagel, werden in diesen Wochen 70 Jahre alt. Trotz der körperlichen Herausforderung eines Fußballnationaltrainers sind die Spieler der Meinung, dass die älteren Herrschaften ihren Job ganz gut machen. Gewerkschaftsfunktionäre, die noch immer meinen, dass Menschen ab 60 oder 65 körperliche Arbeit nicht mehr zuzumuten sei, müssen offenbar umdenken. Auch christliche Sozialethiker müssen noch lernen, dass man heute auch bei 65-Jährigen eher über die Qualität der Arbeit als über das Alter sprechen sollte. Manche Ältere finden die gängigen Gewerkschaftargumente für eine frühere Verrentung eher würdelos als angemessen.

Ich kenne einen Chefarzt, der dagegen klagen will, dass er mit 65 in Rente soll, nur weil er 65 ist. Junge Arbeitnehmer gleich gute Arbeitnehmer und ältere gleich schlechte: Diese Rechnung geht heute nicht mehr auf. Im Gegenteil: Dass zwei Jahre länger arbeiten soll, wer beinahe doppelt so alt wird wie seine Urgroßeltern, ist für viele Menschen eine schlichte Selbstverständlichkeit.

Natürlich ist es human, für besonders schwere körperliche Arbeit gleitende Übergangszeiten und Altersteilzeit einzuführen. Aber es verstößt nicht gegen die Menschwürde und auch nicht gegen die christliche Sozialethik, das Rentenalter gegenüber Bismarcks Zeiten um zwei Jahre zu erhöhen.

Kroatiens Fußballtrainer Slaven Bilic sagt ohne Neid: “Die älteren Kollegen haben mir in Sachen Erfahrung und Autorität einiges voraus.” Sein Kollege Otto Rehagel hat in Griechenland einen Vertrag bis 2012 - dann ist er 72. Konrad Adenauer war 73 als er Bundeskanzler wurde - und nicht der schlechteste. Beim Thema Rente und Altersteilzeit müssen wir lernen, mehr zu differenzieren und flexibler zu argumentieren.

Das verstößt nicht gegen die Menschenwürde, das ist menschwürdig.

Artikel aus "Readers Edition": http://www.readers-edition.de (Angaben zur Quelle und zum Copyright dieses Artikels hier)

Franz Alt, 21.06.2008

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